Aus diesem Grund gehe ich, wie andere Marktbeobachter auch, davon aus, dass es bald zu einer Lösung der angespannten Situation kommen wird. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die politische Elite den Arbeitern der Branche sowie den Zulieferern durch „Nichtstun“ eine „unvergessene Weihnacht“ mit sehr düsteren Zukunftsaussichten bescheren wird. Das hat auch der US-Präsident begriffen, der den Autobauern den Zugriff auf das Bankenrettungspaket ermöglichen will. Wie dies jedoch im Einzelnen aussehen kann, blieb bislang offen. Noch müssten Informationen bezüglich der Lage der einzelnen Unternehmen zusammengestellt werden – so die Begründung.
Doch allzu groß sollten die Erwartungen bezüglich der Zeit nach der Rettung nicht sein. Die Branche wird es weiterhin schwer haben. Zwar sorgt der niedrige Ölpreis derzeit dafür, dass sich die amerikanischen Verbraucher kaum Gedanken um den Benzinverbrauch ihres Wagens machen, doch diese Überlegungen werden wohl wieder kommen. Bislang bieten die US-Autobauer bezüglich Schadstoffausstoß und Spritverbrauch jedoch keine adäquate Lösung an. Schnelles Handeln, teure Entwicklungen mit wenig Geld zur Verfügung und Innovationsfreude bei düsteren Aussichten und offenem Ende sind daher gefragt.
Eine Fusion zwischen den großen Autoherstellern ist auch keine sinnvolle Alternative. Ein Marktbeobachter kommentierte dieses Zusammengehen mit den Worten: „Wenn ein Lahmer und ein Blinder sich zusammentun, können beide weder gut sehen, noch gut laufen.“ Treffender kann man es kaum formulieren.
Es werden harte Zeiten für die Verantwortlichen anbrechen. Ein „Sterben auf Raten“ ist dabei jedoch vorprogrammiert. Auch wenn die Papiere in diesem Segment kurzfristig nach oben springen sollten, so rate ich Ihnen dringend, von Papieren der US-Autobauer die Finger zu lassen. Diese Aktien sind – aus heutiger Sicht – allenfalls für Zocker geeignet.
